Sansibarstraße 14
Was im Regal steht, steht zum Anfassen da.
Hinter der Müllerstraße, in einer ruhigen Wohnstraße im Afrikanischen Viertel, fängt der Laden mit der Romanwand an. Der Tritthocker bleibt oft vor dem unteren Fach stehen. Wer einen Titel sucht, darf ihn herausziehen, den Klappentext lesen, ihn wieder einschieben.
Sachbücher liegen auf der Kiste, nicht im Algorithmus.
Essays, Stadtgeschichte, ein paar Bände, die niemand mehr im Schaufenster hätte. Die Holzkiste steht in der Mitte, weil man dort stehen bleiben kann, ohne den Gang zu blockieren. Preise hängen nicht an Schildern; im Laden sagen wir sie, oder Sie rufen an: Preis im Laden / auf Anfrage.
Versandlager betreiben wir nicht. Bestellungen über ein Warenwirtschaftssystem gibt es hier auch nicht. Wenn ein Buch fehlt, notieren wir den Titel und schauen, ob er in den nächsten Tagen über den Tresen kommt. Manchmal dauert das. Manchmal liegt er schon unter der Theke.
Titel nachfragen
Die Vorlesecke ist der Platz am Hofenster.
Bilderbücher stehen in der Kiste, nicht alphabetisch. Das Kissen ist durchgesessen. Wenn Kinder mitkommen, darf der Gang zwischen Theke und Fenster frei bleiben — Taschen stellen wir an die Wand. Wir führen keine Spielzeugwand und keine Lese-App. Nur Papier, das man umblättern kann.
Wer etwas zum Vorlesen sucht und unsicher ist, sagt am besten, wie alt das Kind ist und ob abends noch vorgelesen wird. Dann ziehen wir zwei, drei Bände. Den Rest entscheiden Sie auf dem Kissen.